Donnerstag, 2. Juli 2009

Neulich im Museum

In Berlin gibt es ein Museum, das sich ganz der Ostalgie verschrieben hat. Museum ist vielleicht zu viel gesagt. Es ist eher eine Sammlung von Gegenständen aus der DDR. Und im Gegensatz zu den meisten Museen ist Anfassen dort nicht verboten.
Als ich vor einigen Wochen dort war, war ich zunächst skeptisch. ‚Was soll schon zu sehen sein, das ich nicht kenne?’, dachte ich mir. Und ich sollte Recht behalten. Die Sammlung zeigte verschiedene DDR Produkte: DEFA Filme und Serien wie Vier Panzersoldaten und ein Hund; einen Trabi; das braune Sofa, das zu DDR-Zeiten in fast jedem Wohnzimmer stand, den alten Schwarzweißfernseher und Karo-Zigarettenschachteln.
Ich hatte zwar Recht behalten und mir kam alles bekannt vor. Meine Skepsis verflog dennoch mit dem Betreten. Regelrecht entzückt streifte ich durch die Gänge. Sah die Küche, die auch wir früher hatten, freute mich über die Liege, auf der ich als Kind bei meiner Tante im Garten übernachtet hatte und wühlte mich durch einen Kleiderschrank. Darin waren nicht nur das Pionierhalstuch zu finden, sondern auch eine Kittelschürze und verschiedene bunte Kleider – die Kleidung meiner Mutter auf unseren alten Familienvideos.
Obwohl ich alles kannte, war es, als würde ich vieles neu kennen lernen. Einiges war sehr tief vergraben und wurde erst durch das erneute Ansehen wieder aus den Tiefen meines Gedächtnisses geholt. Ich glaube, es war dabei für mich gar nicht so wichtig, dass die Gegenstände aus einem Land stammten, das nicht mehr existiert. Viel wichtiger war es, dass die Dinge mich an meine Kindheit erinnerten. Solch eine Reise in die Vergangenheit kann ich jedem nur empfehlen.